// Fachtag mit Michaela Huber
Trauma und Schuld
Fachtag mit Michaela Huber
Dienstag, 30. Juni 2020, Volkshaus Zürich
Wunden heilen schlechter, wenn man sich an dem Ereignis schuldig fühlt, das die Wunde erzeugt hat. Das gilt für seelische wie körperliche Wunden. Und: Niemand kann einen Schwächeren verletzen, ohne eine Schuldabwehr vorzunehmen – komplementär kommt es beim Opfer meist zu einer Schuldübernahme.
Wie ist das alles zu verstehen? Der deutsche Begriff „Schuld“ stammt aus dem Geldwesen und deutet an, dass etwas zu „begleichen“ sei. Vielleicht auch, dass „man irgendwann für alles bezahlen muss“.

Was für ein interessantes Thema! Lasst es uns von allen Seiten betrachten. Aus eigenem Erleben – was, wenn wir uns viel mehr als verantwortlich, nämlich „unschuldig schuldig“ fühlen, oder glauben, etwas „schuldig geblieben“ zu sein; wenn wir vor lauter Schuld-Übertragungen zu nachgiebig sind oder uns nicht trauen, auch einmal strikte Grenzen zu setzen? Wenn wir damit ringen, (ungeschriebene) Gesetze oder eigene religiöse Gebote verletzt zu haben?

Und aus der Perspektive unserer KlientInnen: Wann und unter welchen Umständen darf es ihnen (nicht) besser gehen? Was, wenn sie glauben – oder es tatsächlich stimmt, dass sie schwere Schuld auf sich geladen haben? Einen Tag lang nehmen wir uns Zeit, einmal genauer zu betrachten, wie man vom Schuldgefühl zu angemessener Verantwortungs-Übernahme, und von transgenerationaler Leugnung und Verdrängung zu individuell stimmiger Trauer und Verarbeitung – vielleicht sogar zu Kompensation und/oder innerer Befreiung kommen kann.

Referentin
Michaela Huber ist 1952 in München geboren. Nach Studium der Psychologie in Düsseldorf und Münster (Diplom 1977) und Ausbildung in Verhaltenstherapie war sie Dozentin an verschiedenen Ausbildungsinstituten und Universitäten in Deutschland und von 1978-83 Redakteurin bei der Zeitschrift „Psychologie heute“. Ausbildungen u.a. in Klinischer Hypnose und EMDR. Seit 1989 ist sie in Kassel als Psychologische Psychotherapeutin und Supervisorin niedergelassen und national wie international als Ausbilderin in Traumabehandlung mit Schwerpunkt komplexe PTBS und dissoziative Störungen tätig.
 
Publikationen
Zahlreiche Fachartikel und Bücher, u.a. ein zweiteiliges Standardwerk: „Trauma und die Folgen“ und „Wege der Traumabehandlung“ (2003), „Der Feind im Innern“ (2013), „Der geborgene Ort“ (2015), „ Der Innere Ausstieg“ (2018).  Seit 1995 ist sie 1. Vorsitzende einer Trauma-Fachgesellschaft (ISSD dt. Sektion, seit 2012 umbenannt in „Deutsche Gesellschaft für Trauma und Dissoziation“; www.dgtd.de). Auszeichnungen u.a. „International Distinguished Achievement Award 1997 der ISSD; Bundesverdienstkreuz. Website www.michaela-huber.com

Zeit
Veranstaltung 11–17 Uhr, Türöffnung 10.30 Uhr

Ort
Volkshaus, Blauer Saal, 1. OG, Stauffacherstrasse 60, 8004 Zürich

Kosten
Regulärer Preis: Fr. 290.–
Mitglieder des Fördervereins CASTAGNA: Fr. 270.–
inkl. Mittags- und Pausenverpflegung

Zielgruppe
Fachkräfte aus sozialen Arbeitsfeldern und aus Psychotherapie, Medizin, Gesundheit sowie alle Interessierten

Anmeldung
Wir freuen uns über Ihre Anmeldung, die wir bis zum 16. Juni 2020 entgegen nehmen. Die Platzzahl ist begrenzt.


Mitglied im Förderverein *:
Die allgemeinen Bedingungen habe ich zur Kenntnis genommen