// 20 Jahre CASTAGNA
Autoren
Liebe Castagnetten!
Michaela Huber, Psychologische Psychotherapeutin, Supervisorin,
Ausbilderin in Traumabehandlung, Kassel /Göttingen
Autorin diverser Fachbücher
Liebe Mitarbeiterinnen von CASTAGNA, also liebe und geschätzte «Castagnetten»

Heute schreibe ich Euch einmal nicht als Kollegin, als Supervisorin und Ausbilderin, sondern als Euer «Fan». Als Ihr mich gefragt habt, ob ich einen kleinen Beitrag zum Jubiläumsheft schreiben möchte, habe ich nur allzu gern zugesagt. Eure klare, engagierte, selbstbewusste, vernetzte und unbestechliche Arbeit für sexuell misshandelte Kinder und Frauen ist seit nunmehr zwei Jahrzehnten ein Leuchtfeuer in Zürich; die Beratungsstelle CASTAGNA ein Leuchtturm in der Schweizer Landschaft mit Wirkung weit darüber hinaus.
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Wenn Ärztinnen und Ärzte, Sozialpädagog(inn)en, Psycholog(inn) en und andere Berufsgruppen mit schwer traumatisierten Kindern und Erwachsenen arbeiten, sind sie dringend auf die Zusammenarbeit mit einer kenntnisreichen Einrichtung, die sich sowohl in juristischen Fragen als auch in Sachen ambulanter und stationärer Hilfe und Therapien auskennt, angewiesen. So eine Einrichtung seid Ihr. Ihr habt das Wissen, das sich viele andere Institutionen nur wünschen können. Mehr noch: Wenn z. B. eine junge Frau, die erkennbar voller Angst und gequält ist, bei Euch zur Tür hereinkommt und gar nicht sprechen kann, sich hinter dem Sofa versteckt und Monat für Monat wiederkommt, dabei immer noch keinen Ton herausbringt, dann ist eine von Euch da, freundlich, ermutigend und achtsam, einladend und beruhigend – so lange, bis die junge Frau ganz allmählich nickt oder den Kopf schüttelt oder mit den Schultern zuckt, dann Ja oder Nein sagt, dann allmählich mehr Worte spricht und schliesslich ganz hinter der Couch hervor- und mit der Sprache herauskommt.

Wenn ein Kind zu verstehen gibt, dass es Hilfe braucht, agiert Ihr nicht kopflos, sondern bemüht Euch, das Kind auf  vorsichtige Weise zu schützen, indem Ihr die erwachsenen Bindungspersonen und mögliche andere erwachsene Verbündete des Kindes zu gewinnen versucht, ihre Sorgfaltspflicht für das Kind wahrzunehmen; und wenn das nicht gelingt, bemüht Ihr Euch darum, anderweitig Hilfe für das Kind herbeizuholen. Ihr habt den Mut, Euch in aller Öffentlichkeit zu dieser Arbeit zu bekennen, geht mühsame Aufklärungswege für eine mögliche Prävention von Spätschäden für sexuell misshandelte Kinder, gebt Presse-Interviews, wagt Euch in Talkshows, streitet Euch mit Politikern und Behörden, begleitet Opfer und Zeug (inn)en beratend vor Gericht etc. – alles zu dem einen Zweck: eine Lobby für die Opfer und Überlebenden sexualisierter Gewalt zu bilden, die sich (noch) nicht ausreichend allein helfen bzw. äussern können, wobei Ihr unzähligen Betroffenen im Laufe dieser 20 Jahre geholfen habt, eine eigene Sprache zu finden, sich aufzurichten, ihre Anliegen auch selbst zu formulieren oder ganz einfach (einfach?) ein «Leben danach» aufzubauen.

Mit Geduld und Sorgfalt, mit einem immer grösser werdenden Netzwerk von unterstützenden Kolleg(inn)en und anderen Verbündeten seid Ihr eine wortmächtige und tatkräftige Institution geworden und so seid Ihr mehr und mehr dazu  übergegangen, andere Institutionen und «Einzelkämpfer(innen)» zu unterstützen, unter anderem in Form von Supervision und durch von Euch organisierte Fortbildungskurse. Das alles stets mit dem finanziellen Druck im Nacken, Eure Arbeit rechtfertigen und für die Weiterarbeit Gelder organisieren zu müssen, was Ihr – wenn ich das mit vielen anderen Einrichtungen ähnlicher Thematik vergleiche – ganz hervorragend hinbekommt; offenbar weiss man auch in Entscheider-Gremien Eure Qualität zu schätzen, dafür habt Ihr in den vielen Jahren auf eindrückliche Art gesorgt.

In diesen Tagen, Wochen, Monaten und im ganzen Jahr 2012 werdet Ihr daher zu Recht gefeiert; und mit Euch feiern wir zwanzig Jahre, in denen die Arbeit für und mit sexualisiert gequälten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eine enorme Qualität gewonnen hat. Wie sah es aus, 1992? Es gab die Computerwelt in Kinderschuhen, noch keine Handys (Heissen sie nicht immer noch Natels bei Euch?), es gab ein paar Frauenhäuser und wenige Notrufzentralen, doch es gab kaum ein Bewusstsein für die riesige Menge sexuell gequälter Menschen in der Bevölkerung. Und wenn jemand Zahlen nannte, etwa dass rund ein Drittel aller Mädchen und rund ein Fünftel aller Jungen vor dem vollendeten 15. Lebensjahr sexualisierte Gewalt erlitten haben, dann wurden solche Zahlen bestaunt, belächelt, galten als masslose Übertreibung. Dass ein Vater seine Tochter sexuell quält, galt als ganz, ganz seltenes Ereignis; es gab so gut wie keinerlei Bewusstsein für sexualisierte Übergriffe in Institutionen wie Heimen, kirchlichen Einrichtungen, Schulen, Sportvereinen, geschweige denn in Männerbünden.

Es gab keinerlei öffentliche Aufregung über Massenvergewaltigungen als weltweite Kriegsstrategie; der Balkankrieg würde hier einiges in Bewegung bringen. Es gab keine Informationen über Kindersoldaten; es gab kaum Wissen über Menschen, die sexualisiert gefoltert, in die Emigration gezwungen, als Asylant(inn)en bei uns landen und möglicherweise wieder abgeschoben (Wie heisst das schreckliche Wort, das Ihr dafür verwendet? «Ausgeschafft»?) werden, da Vergewaltigung nicht als Asylgrund galt (Ist das heute eigentlich anders?). Und niemand machte sich Gedanken darüber, dass sexualisierte Gewalt nicht nur die Persönlichkeit eines kindlichen, jugendlichen oder erwachsenen Menschen buchstäblich in Stücke sprengen kann, sondern dass das Opfer auch den Täter/die Täterin in sich aufnimmt, in Teilidentitäten, die integriert werden müssen, da das Opfer sonst möglicherweise für andere zum Täter/zur Täterin werden kann.

Überhaupt war das Wissen um die seelischen Spaltungs- und Entfremdungsprozesse – also um Dissoziation – äusserst gering. Erst nachdem einige spektakuläre Bücher in den USA und Deutschland erschienen waren, in denen von «multiplen Persönlichkeiten» als Folge früher und langjähriger sexualisierter Gewalt die Rede war, begann man auch bei anderen, weniger spektakulären Fällen auf Spaltungs- und Entfremdungsphänomene zu achten: Auffällige biografische Amnesien (weit mehr als die ersten zwei bis drei Jahre fehlen im inneren biografischen «Archiv»), Tagesamnesien (immer wieder Zeitlücken im Alltagserleben: «Was habe ich heute Morgen gemacht? – keine Ahnung mehr» etc.), Derealisations- und Depersonalisationserlebnisse (die Umgebung oder Teile des Selbst nicht mehr adäquat wahrnehmen können) – auf all das zu achten, haben wir in den letzten 20 Jahren gelernt.

Erst in den letzten zehn Jahren wuchs das Wissen um die strukturelle Dissoziation der Persönlichkeit durch Stress. Wir lernten, dass besonders früher toxischer (also traumatischer) Stress zu einer tiefen Spaltung in der gesamten Persönlichkeitsstruktur führen kann: hier ein – relativ wenig stressresistentes – Alltags-Ich, das denkt: «Ich funktioniere, also bin ich.»; dort die traumanahen Zustände von Entsetzen, Verzweiflung, innerem Wiedererleben der Schrecken, von mörderischer Wut, namenlosem Grauen, uferloser Einsamkeit etc., von denen das Alltags-Ich des traumatisierten Menschen «beiseitegespült» werden kann. Es wuchs das Wissen um täterimitierende und täterloyale Persönlichkeitsanteile, die in den Überlebenden wie ein permanenter Boykott heilsamer Energien wirken können.

Die Erkenntnisse aus der Epigenetik wiederum haben in den letzten Jahren viel Wissen dazu beigesteuert, wie durch frühen massiven und lang andauernden Stress – Vernachlässigung, Verwahrlosung, Gewalt – nicht nur die Funktionstüchtigkeit des Gehirns, also sozusagen seine Software, sondern auch die Hardware, also der strukturelle Aufbau des Gehirns mit  neuronalen Netzwerken, erheblich behindert und gestört werden kann. Wesentliche Bereiche wie das Frontalhirn, die linke Grosshirnhälfte, der Balken zwischen den Grosshirnhälften und Teile des Zwischenhirns können durch diese Art von frühem Stress teilweise erheblich unterentwickelt werden; dafür gibt es bei diesen Kindern dann eine rasche elektrische Reizbarkeit in anderen Teilen des Zwischenhirns. Dadurch werden, so die Erkenntnis heute, die Stress-Systeme eines Kindes auf fundamental andere Weise aufgebaut als bei Kindern, die bis mindestens zum dritten Lebensjahr in sicherer Bindung und unbehelligt von brachialer Gewalt leben können: Die Kinder sind schneller aufgeregt (nicht wenige erhalten dann heutzutage eine ADHS-Diagnose), lassen sich und können sich weniger beruhigen, reagieren radikaler beim Versuch, sich zu schützen (ziehen sichextrem zurück, «frieren ein», verlieren den Kontakt zur Gegenwartswahrnehmung, fühlen sich existenziell bedroht, kämpfen «um ihr Leben» oder reagieren auf andere Weise «wie im Trauma»).

Dies zu wissen, bedeutet noch lange nicht, damit umgehen zu können. Erst die letzten etwa fünfzehn Jahre haben dazu beigetragen, mehr und angemessenere Hilfe für so früh gequälte – wie überhaupt für traumatisierte – Menschen zu entwickeln. Dabei spielt der Dreischritt «Förderung von Ressourcen der Persönlichkeit – Bearbeitung traumatischer Altlasten – weiterer Aufbau von Stärken der Persönlichkeit» eine entscheidende Rolle. Bei Kindern bedeutet es auch, das gesamte Umfeld des Kindes zu stärken, damit das Kind heilen kann. Wenn jedoch die Bindungspersonen des Kindes selbst Täter(innen) sind und diese nichts für sich tun (keine Persönlichkeitsveränderung durchmachen, um ihr Täter-Verhalten zu integrieren), dann – diese Erkenntnis setzt sich ganz allmählich und entgegen der vorherrschenden Familien-Ideologie durch – muss externe Hilfe noch nachdrücklicher herbeigeholt werden, mit dem Ziel, das Kind vor weiterem traumatischem Stress zu schützen. «Je früher eingegriffen wird, desto besser», lautet hier die Devise. Denn je jünger das Kind ist, desto mehr kann ein sichereres weiteres Aufwachsen Spätschäden wie Persönlichkeitsstörungen, schwere Formen der Posttraumatischen Belastungsstörung, Depressionen, Angsterkrankungen und Süchte vermeiden helfen. Umgekehrt wissen wir heute: Wer depressiv, Angst-krank oder süchtig ist, hat zu einem grossen Prozentsatz frühe Gewalt erlebt und leidet unter den Spätschäden.

Die Beratungsstelle CASTAGNA hat in der Deutschschweiz wesentlich dazu beigetragen, die Zusammenarbeit mit allen Institutionen, die Hilfe für Kinder, Jugendliche und Frauen anbieten, zu verbessern, und hat durch ihre eigene engagierte Arbeit unzähligen Familien, Kindern und Frauen geholfen. Dafür gebührt den «Castagnetten», wie die Mitarbeiterinnen sich mit leichter Ironie selbst nennen, ein ganz besonderer Dank aller, die direkt und indirekt von CASTAGNAs Arbeit profitieren, mit ihnen kooperieren und von ihnen gelernt haben. Grossartig, dass es Euch gibt, liebe Castagnetten. Danke für Euer Engagement! Als Euer «treuer Fan» werde ich weiterhin auf Eure Arbeit neugierig sein und darauf, wie Ihr Euch – dynamisch wie Ihr seid – in den nächsten Jahrzehnten weiterentwickeln und wie Ihr weitere «runde Jubiläen» feiern werdet. Ihr habt doch gerade erst begonnen …
Mein Blick auf CASTAGNA. Auf 20 Jahre Kompetenz
Anna Ischu
Psychotherapeutin in Zürich und
Präsidentin des Beratungsvereins CASTAGNA
CASTAGNA hat die Sensibilisierung unserer Gesellschaft für sexuelle Ausbeutung und deren Folgen aktiv mitgestaltet. Die Arbeit von CASTAGNA lässt uns hoffen, dass sich Strukturen, die sexuelle Gewalt ermöglichen, verändern können.
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Als ich in den Neunzigerjahren als Psychotherapeutin in Zürich zu arbeiten begann, war CASTAGNA schon da und ich war ziemlich froh darüber. Vor zwanzig Jahren war es nämlich auch für Psychotherapeut(inn)en keine Selbstverständlichkeit, einen fachlichen Hintergrund zu sexueller Gewalt, Trauma und Folgesymptomen mitzubringen. In den meisten Psychotherapie-Weiterbildungen war es damals unmöglich, sich mit den Themen «weibliche Sozialisierung», «sexuelle Gewalt» und «Trauma» auseinanderzusetzen. Diesen Hintergrund und dieses Wissen mussten wir uns erst erarbeiten. Dazu hat CASTAGNA enorm viel beigetragen und CASTAGNA ist eine Notwendigkeit geblieben.

Mit CASTAGNA gab und gibt es einen Ort, wo von sexueller Ausbeutung Betroffene kompetente Beratung und Unterstützung finden. Dahinter steckt das politische Engagement mit der Überzeugung, dass wir alle ein Recht auf sexuelle und psychische Unversehrtheit haben. CASTAGNA hat in den zwanzig Jahren ihres Bestehens bewirkt, dass das gesellschaftliche Bewusstsein hinsichtlich der Existenz der sexuellen Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen hinter geschlossenen Türen enorm gewachsen ist. CASTAGNA hat meinungsbildend mitgeholfen, dass die Verantwortung für diese Taten endlich beiden Täter(inne)n ist. CASTAGNA hat die Sensibilisierung unserer Gesellschaft für das Vorhandensein von sexueller Ausbeutung und deren Folgen aktiv mitgestaltet.

Im Alltag begleitet und berät das CASTAGNA-Team Betroffene kompetent und verlässlich. Daneben beantwortet es Fragen, gibt wichtige Informationen weiter, schreibt Fachartikel, setzt sich mit neuen Themen auseinander und hält damit auch uns Psychotherapeut(inn)en auf dem aktuellen Stand. CASTAGNA macht Öffentlichkeitsarbeit in allen Medien und bietet  Weiterbildungen an. Mit all dem leistet CASTAGNA einen grundlegenden Beitrag, dass Betroffene endlich wahrgenommen werden. Dass sie gehört und verstanden werden. Dass sie Ansprüche stellen können. Dass sie Hoffnung schöpfen können, dass es ein Leben nach dem Trauma gibt. Dass sie eine Würde besitzen, die ihnen nicht genommen werden kann.

Konkret bedeutet es zudem, dass CASTAGNA da ist und da bleibt, wenn die entsetzlichen Dinge ans Licht kommen, die Menschen Kindern antun können. CASTAGNA beugt sich nicht den Tabus und nicht den schrecklichen Geheimnissen. Das erfordert Kraft. CASTAGNA benennt mit ihrer Arbeit, was eingeschlossen ist und gehört werden will: behutsam, wo nötig, aber auch direkt und klar, wenn erforderlich.

CASTAGNA ist somit Anker und gibt Sicherheit. Heute ist es selbstverständlich, dass eine betroffene Frau bei CASTAGNA anrufen kann und einen ersten Beratungstermin vereinbart oder eine Information einholt. Auch Psychotherapeut(inn)en beziehen sich auf diesen professionellen Rückhalt. Das ist das Feedback auf die Arbeit von CASTAGNA: Sie ist immer gefragter.

Als Präsidentin des Beratungsvereins CASTAGNA sehe ich die CASTAGNA-Frauen, die sich bei ihrer Arbeit einsetzen und engagieren, fröhlich, hartnäckig, betroffen, parteilich, neugierig, kreativ und kompetent. Die Herausforderung für die Zukunft für CASTAGNA besteht darin, dass diese unverzichtbare Arbeit mit gleichem Engagement weitergeführt wird. Denn dies stärkt die Hoffnung, dass sich Strukturen, die sexuelle Gewalt ermöglichen, verändern können. Unterstützen wir CASTAGNA dabei.
Mein Weg mit den Castagnetten
Dipl. Psych. Ingrid Hülsmann
Fachpsychologin für Psychotherapie FSP
Sexualtherapeutin DGfS
Der 20-jährige Weg der Beratungsstelle CASTAGNA ist für mich eine Geschichte der Öffnung und der Differenzierung. Die Opferhilfeberatung von sexuell ausgebeuteten Mädchen und Frauen wurde durch sie wesentlich geprägt.
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Meine Geschichte mit CASTAGNA begann am 6. April 1994 – meinem ersten Arbeitstag beim Nottelefon Zürich. An diesem Mittwoch, dem Teamsitzungstag, machte sich das ganze Nottelefon-Team auf den Weg zur befreundeten und benachbarten Beratungsstelle CASTAGNA in der Stauffacherstrasse. Da sassen die beiden Teams in einer Runde und pflegten Kontakt, klärten gemeinsame Haltungen und stritten über unterschiedliche Standpunkte. Ich erlebte professionelle und engagierte Frauen und fühlte mich sehr wohl.

1993 war das Opferhilfegesetz in Kraft getreten. Mit ihm wurden die Rechte und der Schutz der Opfer gesetzlich geregelt. Opfer sollten in ihrem Leid gewürdigt, der Schaden, den sie erlitten hatten, anerkannt werden. Die CASTAGNA-Frauen hatten 1991 aus der Notwendigkeit heraus, sexuell ausgebeuteten Mädchen und Frauen eine Stimme zu geben, eine Beratungsstelle gegründet. Jetzt führten sie eine intensive Diskussion über die eigene Identität. Die Frage war, wie der eigene Auftrag mit dem neuen Leistungsauftrag des Kantons zusammenpasste und wie er in der Beratung umgesetzt werden sollte. Dass es für Beratungen ein Bedürfnis gab, zeigte sich bald – die Anzahl der Beratungen stieg rasant an.

Diese Zeit war vom Einsatz von Frauen für Frauen geprägt. Das zeigte sich in der Haltung: Die Parteinahme für das Opfer war zentral – Parteilichkeit die notwendige Beratungshaltung. CASTAGNA erkannte bereits zu Anfang die Notwendigkeit, die Bindungen in der Familie ernst zu nehmen, und warnte vor zu schnellem Eingreifen. Parteilichkeit hiess, die Gefühle der Kinder ernst zu nehmen und nicht in erster Linie das Ausbeutungsverhältnis sofort zu beenden.

Durch das Opferhilfegesetz wurde ein öffentlicher Umgang mit einem Tabuthema möglich. CASTAGNA ergriff engagiert die Gelegenheit zur Aufklärung. Einer breiten Öffentlichkeit wurde deutlich gemacht, dass sexuelle Gewalttaten nur selten von Fremden begangen werden. Vor allem Kinder werden oft jahrelang in Abhängigkeitsbeziehungen in ihren Familien oder im nahen Umfeld sexuell ausgebeutet. Über die Dynamik dieser Beziehungen und die oft sehr genauen Vorbereitungen der Taten aufzuklären, ist bis heute ein zentrales Thema von CASTAGNA. Und natürlich ist es immer wieder wichtig, über die Spuren, die langjährige sexuelle Ausbeutung hinterlassen kann, zu informieren.

Auch die Jurist(inn)en, die das Gesetz umsetzen sollten, mussten sich mit dem Thema der sexuellen Ausbeutung auseinandersetzen. Dafür entwickelte CASTAGNA Weiterbildungen. Manchmal bot sich auch Gelegenheit zur Zusammenarbeit verschiedener Beratungsstellen. So führten z. B. Erika Mezger, eine der Pionierinnen von CASTAGNA, und ich als Nottelefon-Frau Workshops für Juristinnen durch, die sexuell ausgebeutete Frauen als Geschädigte in Strafverfahren vertraten.

Je fundierter das Wissen über sexuelle Ausbeutung wurde, desto mehr wuchs der Wunsch, durch neue Interventionsformen Rückfälle zu verhindern, Opfer besser zu schützen. Zusammen mit forensischen Psychotherapeuten entwickelte das CASTAGNA-Team OLGA: eine strukturierte Form der Offenlegung, an der ein Kreis spezialisierter Fachleute teilnimmt und bei der dem beschuldigten Mann/der beschuldigten Frau durch das Opfer oder dessen Vertreter(in) der Sachverhalt vorgehalten wird. Ziel ist, dass die Täterschaft für ihre Handlungen Verantwortung übernimmt, und auch, für das Opfer eine zufriedenstellende Lösung zu erarbeiten – die Anerkennung des verursachten Schadens, eine Entschuldigung oder eine materielle Wiedergutmachung.

Im Rahmen der Rückfallprävention organisierten Dorothee Bieler, Beraterin bei CASTAGNA,und ich ein Empathietraining mit delinquenten Jugendlichen. Unser Ziel war, das Erleben der Opfer sexueller Ausbeutung fühlbar zu machen.

Wie immer zeigten sich die CASTAGNA-Frauen offen für neue Themen, als sich 2004 die Frage nach der Weiterführung der Onlineberatung Lilli stellte. Im Verein, der das Projekt zur Prävention sexueller Gewalt durch Förderung der sexuellen Selbstsicherheit betrieb, war Marie-Louise Pfister lange im Vorstand aktiv. Die Beraterinnen bildeten sich auch selbst weiter, um Fragen von Klient(inn)en zum Thema Sexualität professionell beantworten zu können. Sie vermitteln Betroffenen, dass sexuelle Ausbeutung nicht automatisch das sexuelle Erleben beeinträchtigt.

Seit 18 Jahren arbeite ich nun als Psychotherapeutin und viele Frauen sind über die Beratungsstelle CASTAGNA in meine Praxis gekommen. Sie kommen aus unterschiedlichen Gründen: weil sie das Erlebte einordnen wollen, weil sie traumatische Erfahrungen verarbeiten wollen und vor allem weil sie Fragen zur Sexualität haben.

Ich habe hier den kleinen Ausschnitt der vielfältigen Arbeit von CASTAGNA beschrieben, den ich aus der Nähe beobachten konnte. Über ihr professionelles Angebot als Opferhilfeberatungsstelle hinaus gelingt es CASTAGNA immer wieder, aktuelle Themen aufzugreifen,die den Blick auf sexuelle Ausbeutung erweitern und differenzieren. «Sexuelle Übergriffe unter  Geschwistern» oder «Tätliche Kinder» sind Beispiele dafür. «Sexuelle Ausbeutung von Kindern durch Priester – ein doppelter Vertrauensbruch» wird ebenso thematisiert wie sexuelle Gewalt unter Gleichaltrigen oder die kommerzielle sexuelle Ausbeutung in der Kinderprostitution und im Kinderhandel.

CASTAGNA, das heisst für mich: grosses Engagement, hohe Professionalität und liebenswerte und sympathische Kolleginnen.
Vertrauen schaffen - Licht ins Dunkle bringen
Peter Rüegger
Dr. iur., Leiter des
Kommissariats
Ermittlungen der
Stadtpolizei Zürich
Das Erleben sexueller Ausbeutung im Kindesalter oder in der Zeit des Heranwachsens kann sich erschwerend auf die gesamte künftige Biograf ie eines Menschen auswirken. Solche Situationen sind oft durch besondere Hilflosigkeit gekennzeichnet, insbesondere dann, wenn sie im sozialen Nahraum passieren.
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Wer solches in Verhältnissen erlebt, die sich eigentlich durch besonderen Schutz und Vertrauen auszeichnen sollten, wird vielfach aus Scham, Schuldgefühlen, Loyalität oder Vergessenwollen kaum bereit sein, darüber zu berichten. Diese inneren Hürden bestehen erst recht gegenüber einem Gang zur Polizei. Oft werden aber kleine Signale gesetzt, sei es anderen Familienmitgliedern, Verwandten, Freunden oder Freundinnen oder auch der Schule gegenüber.

CASTAGNA, die es seit zwanzig Jahren gibt, ist eine spezialisierte Beratungs- und Informationsstelle, an die man sich mit solchen Signalen wenden und damit möglicherweise für ein Opfer einen ersten Schritt aus der Ausbeutung oder aus der inneren Not ebnen kann. Oft braucht es einen längeren Weg, bis sich das Opfer selbst an CASTAGNA wendet.
 
Sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen ist ein Verbrechen, das auf einem Machtgefälle zwischen Opfer und Täter basiert. Es braucht das Einschreiten des Staates, um diese verhängnisvolle Macht zu brechen. Damit soll nicht nur der laufende Missbrauch gestoppt, sondern auch künftige Ausbeutung verhindert werden. Dabei spielt die Polizei eine wichtige Rolle, da sie für das Opfer wahrnehmbar den Missbrauch stoppt und die unterdrückte Wahrheit ans Licht zu bringen versucht, indem sie den Täter festnimmt. Als Voraussetzung braucht die Polizei die Aussage des Opfers. Dieses wird sein Geheimnis dem Polizisten oder der Polizistin jedoch nur offenbaren, wenn es Vertrauen hat und stabil ist. Die unerlässliche Basis der persönlichen Stabilität wird in diesen Fällen durch CASTAGNA geschaffen. Im Verlauf der jahrelangen Kontakte im Zusammenhang mit Fällen, aber auch Weiterbildungen von und mit CASTAGNA wurde eine Vertrauensbasis geschaffen. Das gewonnene Vertrauen sowie die Anerkennung und Wertschätzung des Gegenübers können sowohl in Gesprächen bei der Polizei wie auch in der Beratung bei CASTAGNA an die Opfer weitergetragen werden. Entschliesst sich das Opfer im Rahmen einer Beratung und in Kenntnis aller schwierigen Umstände des bevorstehenden Ermittlungsverfahrens zu einer Anzeige, so soll die Polizei das vermittelte Vertrauen durch Empathie und Professionalität bestätigen. Nur stabile, aus dem Machtgefälle herausgelöste Opfer machen aufgrund wiedergewonnener Selbstbestimmung klare Aussagen, an denen sie auch in parteiöffentlichen Befragungen festhalten. Erst diese Ausgangslage, oft verbunden mit weiteren Beweismitteln, wie insbesondere einer professionellen Spurensicherung an Personen oder immer häuf iger einer forensischen Auswertung von Computern, führt zur Verurteilung der Täterschaft.
 
CASTAGNA ist jedoch nicht der verlängerte Arm der Strafverfolgungsbehörden, sondern eine Fachstelle, welche die Interessen und Rechte des Opfers im Auge hat! Bildlich gesprochen entzündet CASTAGNA ein Licht in der Hand des Opfers, das der Polizei in die dunklen Stellen leuchtet und den Weg zum Täter weist.
Sexuelle Ausbeutung und Internet
Thomas Werner
Stellvertretender Leiter Abteilung Kinderschutz,
Stadtpolizei Zürich
Wie haben sich während der letzten 20 Jahre der Bereich Kinderschutzbei bei der Polizei (Stichwort Internet) und die Zusammenarbeit mit CASTAGNA entwickelt? Die Fachgruppe Kinderschutz der Stadtpolizei Zürich gibt es noch nicht so lange wie CASTAGNA.
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Nach einer zweijährigen Probezeit wurde die Fachgruppe im Jahr 1997 gegründet. Zu jener Zeit begannen die Mobiltelefone, den Markt zu erobern. Einige, aber noch lange nicht alle Haushalte verfügten über einen PC. Der Gebrauch des Internets entwickelte sich ab dieser Zeit rasant. Wir stellten damals noch sehr viel verbotene Pornografie in Papierform (Heftchen) sicher und visionierten Hunderte von VHS-Videokassetten im Schnelldurchlauf. Die Computer hatten Festplatten mit einem Gesamtspeicher von höchstens 3–5 Gigabyte.

Schon damals pflegte der Kinderschutz den Kontakt mit CASTAGNA – zu Beginn eher lose und auf einzelne Fälle beschränkt. Im Lauf der Jahre wurde dieser Kontakt vertieft und intensiviert. Mittlerweile sind die VHS-Kassetten beinahe gänzlich von der Bildfläche verschwunden und wir definitiv im digitalen Zeitalter angekommen. Der Pädosexuelle muss nicht mehr in der Videothek nach den verbotenen Filmen aus dem Regal unten rechts fragen. Er bedient sich im Internet aus einem unendlich erscheinenden Angebot an Kinderpornografie. Dazu kommen all die Social-Network-Plattformen wie Facebook, Twitter, Netlog oder Google+ etc. und unzählige Chaträume und Websites, auf welchen die Kinder sogar direkt angesprochen werden können. Auch die Vernetzung unter den Täter(inne)n ist viel einfacher geworden, sie sind nicht mehr in ihrem Umfeld isoliert, sondern finden sich gegenseitig im Netz. Im Allgemeinen kann gesagt werden, dass die Gesellschaft das Tabu des sexuellen Kindesmissbrauchs zwar angepackt und etwas abgebaut hat. Durch die vielen Möglichkeiten, gerade im Internet, ist die Gefahr für die Kinder gegenüber früher vermutlich trotzdem gestiegen. Zu einfach gelingt es den Täter(inne)n, mit Kindern in Kontakt zu treten, sie zu beeinflussen, sie zu treffen und dann sexuell zu missbrauchen, um dann diese Bilder wiederum ins Internet zu stellen. Dies widerspiegelt auch die Tatsache, dass wir heute nicht wenige Computer mit wenig Speicherplatz und einigen verbotenen Bildern sicherstellen, sondern bei jeder Hausdurchsuchung mehrere Computer finden und von den Datenmengen geradezu überflutet werden. Die Zeiten ändern sich eben.

Während dieser ganzen Zeit der Veränderungen blieb eines beständig: die Zusammenarbeit mit CASTAGNA. Sie entwickelte sich immer weiter. Von den Berührungsängsten, die zu Beginn vielleicht vorhanden waren, ist mittlerweile überhaupt nichts mehr zu spüren. Im Gegenteil: Die Zusammenarbeit auch im Bereich Weiterbildung ist für uns nicht mehr wegzudenken.
Gedanken, Erinnerungen, Erlebtes
Francesca Navratil
Kinder- und Jugendgynäkologin und
langjähriges Mitglied der Kinderschutzgruppe
des Kinderspitals in Zürich
Sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen in den letzten 20 Jahren: Gedanken, Erinnerungen, Erlebtes zum 20-jährigen Jubiläum von CASTAGNA
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Während meines Studiums der Medizin an der Universität Zürich und meiner Ausbildung in Kinder- und Jugendmedizin in den Vereinigten Staaten und in Zürich in den 60er- bis 70er-Jahren wurden wir mit dem Problem der sexuellen Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen kaum konfrontiert – es handelte sich meistens um Einzelfälle, der Umgang damit war mangels Wissen und Erfahrung gewiss nicht optimal, die Beratung und Betreuung der Opfer und ihrer Bezugspersonen durch fachlich kompetente Stellen nicht existent.

Rückblickend denke ich, dass wir viele solche «Fälle» nicht erkannt haben, teils weil uns das Ausmass der Problematik nicht bewusst war, teils weil uns die nötige Sensibilisierung und Sensibilität, um das Problem zu erkennen, und die Fähigkeit, damit umzugehen, ganz einfach fehlten.

Als ich zu Beginn der 80er-Jahre die Sprechstunde für Kinder- und Jugendgynäkologie am Kinderspital Zürich übernahm und ausbaute, machte mir, unter anderem, die Problematik der somatischen Diagnose der sexuellen Ausbeutung an Kindern Schwierigkeiten, da ich immer wieder mit der Frage des Verdachts konfrontiert wurde und man von einer gynäkologischen Untersuchung erwartete, den Beweis durch die erhobenen Befunde erbringen zu können. Das war aber nicht der Fall, wie wir bereits in dieser Zeit und dann immer wieder auch in den letzten Jahren aufs Neue lernen und erfahren mussten, da in den wenigsten Fällen von sexueller Ausbeutung die körperliche Untersuchung allein den Beweis erbringen wird. Unzählige Studien, vor allem aus den USA, über Genitalbefunde an nicht ausgebeuteten Kindern lehrten uns die Mannigfaltigkeit der Normalbefunde, der Normvarianten und der Pathologien durch andere Ursachen. Vieles, was früher als beweisend für stattgefundene Ausbeutung interpretiert wurde, war plötzlich anders und meistens normal. Wir mussten auch lernen, dass bei Verdacht auf sexuelle Ausbeutung die körperliche Untersuchung nur ein ganz kleiner Teil der notwendigen multidisziplinären, umfassenden Intervention ist.

1988 wurde die Kinderschutzgruppe, die 1968 im Kinderspital Zürich gegründet worden war, neu konstituiert und erweitert – die Mitglieder kamen aus den Fachbereichen der Pädiatrie, Kinderchirurgie, Kindergynäkologie, Psychologie, Sozialdienst und Pflegedienst: multidisziplinär.

In den folgenden Jahren nahmen die Fälle von Verdacht auf Kindsmisshandlung allgemein und damit auch die Fälle von Verdacht auf sexuelle Ausbeutung zu – nicht weil mehr Kinder misshandelt wurden, sondern weil einerseits die Sensibilisierung von Fachpersonen und der Allgemeinheit sowie die Bereitschaft, das Problem zu erkennen, zugenommen hatten, und andererseits, weil es mehr niederschwellige Anlaufstellen gab.

Ende der 80er-Jahre oder Anfang der 90er- Jahre – mein erster Kontakt mit CASTAGNA – erreichte mich eine telefonische Anfrage, ob ich bereit wäre, ein Mädchen zu untersuchen, das wahrscheinlich Opfer sexueller Ausbeutung innerhalb des näheren Bekanntenkreises war. «Selbstverständlich», war meine Antwort, aber es würde schwierig sein, Beweise zu erbringen, vor allem, wenn die Ausbeutung sich vor längerer Zeit ereignet hätte – und doch könne eine Untersuchung, die auf keinen Fall traumatisierend sein dürfe und nur mit der Einwilligung des Opfers stattf inden sollte, ein sehr wichtiger Meilenstein im therapeutischen Verarbeitungsprozess sein: eine Hilfeleistung bei der Wiederherstellung des Gefühls der eigenen körperlichen Normalität und Integrität, denn sexuelle Gewalt zerreisst das Innerste des Opfers.

Damit begann für uns, für die Kinderschutzgruppe des Kinderspitals Zürich, eine lange, sehr fruchtbare Zeit der  Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle CASTAGNA. Regelmässiger Kontakt, Sitzungen, Weiterbildungen – um voneinander zu lernen, Erfahrungen und Meinungen auszutauschen, gemeinsame «Fälle» zu besprechen, immer im  Bestreben, Opfer sexueller Ausbeutung möglichst optimal und umfassend zu betreuen.

1993 wurden CASTAGNA, 1994 die Kinderschutzgruppe des Kinderspitals als Opferhilfestellen gemäss dem  Opferhilfegesetz anerkannt. Beide konnten dadurch jene finanziellen und personellen Ressourcen erhalten, welche die Bewältigung der Zunahme von Misshandlungsfällen sowie die Unterstützung und optimale Betreuung und Beratung der Opfer ermöglichten.

Der Kontakt mit dem CASTAGNA-Team ist für mich immer sehr lehrreich und bereichernd gewesen. Im Gespräch, auch wenn oft nur telefonisch, konnte ich auch immer wieder die eigene Unsicherheit und Ohnmacht, manchmal auch die Verzweiflung zum Ausdruck bringen und fand immer Verständnis und Rat. Wenn man mit dem Verdacht auf sexuelle Ausbeutung mehrmals in der Woche konfrontiert wird, wenn man, um dem Opfer zu helfen, Beweise erbringen soll, die nicht zu erbringen sind, wenn man an sich selbst zweifelt, weil man helfen möchte und es nicht kann, dann ist es so wichtig, eine Kinderschutzgruppe, eine CASTAGNA zu haben, die bereit ist, die Hand zu reichen, im Bewusstsein, dass man gemeinsam stärker ist, um sich ausgebeuteter Kinder und Jugendlicher besser annehmen zu können.