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Buchbesprechungen
Beste Freundin dringend gesucht!
Katja Alves
Beltz & Gelberg Verlag, Weinheim, 2010
ISBN: 978-3-407-79967-8
CHF 22.90
Elfriede ist 10 Jahre alt und wünscht sich nichts sehnlicher als eine beste Freundin. Aber wer will schon mit einer befreundet
sein, die Elfriede heisst? – Allenfalls Hubert. Doch der zählt nicht, weil er ein Junge ist und weil er auch einen blöden Namen
hat.
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Und wie soll man eine beste Freundin finden, wenn alle anderen schon eine beste Freundin haben?

Elfriede steckt voller verrückter Ideen und Pläne, die aber alle so richtig schief gehen: Ihre Suche nach Omas Goldschmuck im Altersheim, die Sache mit den Maden auf dem Friedhof, ihre Bemühungen um die nervige grosse Schwester. Das Leben einer Zehnjährigen ist wirklich kein Zuckerschlecken, aber Elfriede ist, wie sie ist, und lässt sich nicht unterkriegen.

Schliesslich trifft sie doch noch ein Mädchen, das ihre Freundin sein will. Wahre Freunde können eben nur die werden, bei denen man sein kann, wie man ist. Und dann läuft bald auch nicht mehr alles schief.

Dies ist ein schönes Kinderbuch, spannend zu lesen und mitreissend: Man leidet mit Elfriede, wenn sie gründlich missverstanden wird, und man freut sich mit ihr, wenn ihr Leben eine gute Wendung nimmt. Das Buch ist aus der Perspektive von Elfriede geschrieben, mit immer wieder überraschenden Ansichten aus der Kinderwelt.

Nadia Beier, Mitarbeiterin CASTAGNA
Bindung und frühe Störungen der Entwicklung
Karl Heinz Brisch (Hrsg.)
Verlag Klett-Cotta, 2011
ISBN: 978-3-608-94666-6
CHF 56.–
Das Buch veröffentlicht verschiedene Beiträge aus Forschung, Klinik und Prävention einer Konferenz vom Oktober 2009. Die verschiedenen Artikel verstehen sich als Beitrag zur Debatte um den Einfluss von Veranlagung und Umwelt auf die Entwicklung des Menschen.
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Zentral ist, dass alle Erklärungsmodelle das einzigartige Wechselspiel zwischen biologischen und Umweltfaktoren berücksichtigen Die neuen Forschungsergebnisse zeigen, «viele biologische Systeme sind auf Reaktivität gegenüber der Umwelt angelegt, ‚antworten’ ausdrücklich auf belastende und störende Ereignisse in der Umgebung bzw. stellen sich neu und anders ein.» (S.167) Frühe Beziehungsstörungen hinterlassen nachweislich körperliche (im Gehirn, in der Hormonentwicklung) und psychische Störungen bei Kindern. Von den 13 Beiträgen möchte ich 4 Beiträge herausgreifen, die zum Themenheft «Traumatisierte Kinder» wichtige Aussagen machen. Karlen Lyons-Ruth u.a. untersuchten in einer Studie, inwieweit die Qualität früher Zuwendung, Trauma und genetischer Vulnerabilität Borderline-Persönlichkeitsstörungen vorhersagen lassen. Für mich war das Ergebnis der Studie interessant: Mütter mit starkem Rückzugsverhalten gegenüber den Bindungssignalen des Kindes gepaart mit dem Schweregrad der Misshandlungen stehen in einem signifikanten Zusammenhang mit dem Auftreten von Borderlinesymptomen. Sequentielle Bindungstraumata entstehen also in einer Mischung von Gewalterfahrungen und emotionaler Deprivation. Der Beitrag von E. Shirtcliff und P. Ruttle beschreibt eindrücklich die vielfältigen physischen, psychischen und sozialen Entwicklungsanforderungen in Pubertät und Adoleszenz. Aufschlussreich ist der Einfluss der Hormone zu verschieden Zeiten in der Entwicklungspanne vom Embryo bis zum Erwachsenen. Ein weiterer interessanter Forschungsbericht zeigt, dass Oxytocin Angst, Stress, Schmerz reduziert, vertrauensfördernd wirkt und die Sozialkompetenz fördert und somit eine sichere Bindung positiv beeinflusst. Der Oxytocin-Spiegel scheint abhängig zu sein von oxytocin-vermittelnden Handlungen wie Hautkontakt, Stillen, «Känguru-Pflege». Es gibt neue Therapieversuche mit Oxytocin als Infusion oder Nasenspray. Zum Abschluss des Buches referiert K.H.Brisch über das Konzept einer wegweisenden stationären Intensivtherapie traumatisierter Kinder mit engster Begleitung (1:1 Betreuung, wenn nötig).

Die sehr detaillierten Studienberichte sind vor allem für Fachleute interessant, aber auch für interessierte Laien verständlich.

Doris Signer-Brandau
Sommersprossen auf den Knien
Maria Parr
Cecilie Dressler Verlag, Hamburg, 2010
ISBN: 978-3-7915-1610-3
CHF 19.90
«Der kleine Wirbelwind» Tonje ist kaum 10 Jahre alt. Sie lebt als einziges Kind im abgelegenen norwegischen Glimmerdal.
Ihren besten Freund, den steinalten Gunnvald, mag sie so sehr, «dass es in ihrem Herzen knackt», wenn sie an ihn denkt.
Er ist es auch, der ihr die Rennschlitten baut, mit denen sie in halsbrecherischer Geschwindigkeit die Pisten hinunterfegt.
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Alle mögen Tonje, ausser Klaus Hagen vom Campingplatz. Der mag Kinder nicht, ganz besonders nicht solche wie Tonje. Aber Tonje macht sich nicht viel daraus; sie singt einfach noch lauter als gewöhnlich, wenn sie an dessen Campingplatz vorbeikommt. Es gibt nur eines, vor dem Tonje wirklich Angst hat: Hunde. Zum Glück ist der einzige Hund, den es weit und breit gibt, winzig.

Ein Schatten legt sich über Tonjes sonniges Leben, als der alte Gunnvald ins Krankenhaus kommt und eine wildfremde, unfreundliche Frau mit einem grossen, bissigen Hund in sein Haus einzieht. Die Sache wird nicht besser, als Tonje erfährt, dass es sich um Gunnvalds Tochter Heidi handelt. Von ihr hatte er noch nie erzählt. Schlimmer noch: Heidi möchte Gunnvalds Hof verkaufen und das gerade an den Kinderhasser Klaus Hagen.

So macht es sich Tonje zur Aufgabe, den mittlerweile griesgrämigen Gunnvald mit seiner unfreundlichen und abweisenden Tochter Heidi zu versöhnen. Dabei schreckt sie vor nichts zurück, nicht mal vor dem riesigen, bissigen Hund. Ihr Vorhaben ist nicht einfach, gelingt aber schliesslich, sodass Tonje sich letztlich fragen darf: «Was würden die nur ohne mich machen?»

Sommersprossen auf den Knien ist das zweite Buch der norwegischen Autorin Maria Parr; in Norwegen wurde ihr dafür der Brage-Preis verliehen, in Deutschland erhielt sie 2010 den deutschen Jugendbuchpreis «Luchs». Ihre herzerwärmende Geschichte erzählt von einer aussergewöhnlichen Freundschaft, einem grossen Geheimnis, der Liebe zur Musik und der Kraft der Natur.

Das Buch ist spannend und unterhaltsam zu lesen, und ich konnte gar nicht anders, als die quirlige und mutige Heldin Tonje ins Herz zu schliessen, mich mit ihr zu freuen, mit ihr zu bangen und ein gutes Ende herbeizuwünschen. Eine Hoffnung, die schliesslich auch erfüllt wird.

Das Buch eignet für Kinder ab ca. 9 Jahren, zum Vorlesen auch für etwas jüngere.

Isabelle Zolliker, Mitarbeiterin CASTAGNA
Zauberfrei für Hermeline
Katja Reider und Günther Jakobs
Verlag Sauerländer, Aarau, 2010
ISBN-13: 978-3794152162
CHF 22.40
In diesem witzigen, liebevoll illustrierten Kinderbuch mit einer selbstbewussten, aber fürsorglichen Hexen-Figur geht es um Freundschaft und die Kraft jedes Einzelnen, sich seine Wünsche zu erfüllen. Die kleine Hexe zeigt uns, dass es gut ist, eigene Entscheidungen zu treffen und auf die Ressourcen der anderen zu vertrauen.
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Die kleine Hexe Hermeline hätte ja eigentlich ihren zauberfreien Tag, nur wollen ihre Freunde nichts davon wissen. Hermeline hat nämlich verschlafen und vergessen, die rote Fahne des zauberfreien Tags vor ihr Haus zu hängen. Deshalb haben die Tiere im Wald keine Ahnung, dass sie nicht für sie zaubern will.

So erhält sie Besuch von vielen Freunden: vom Frosch, der Maus, dem Eichhörnchen und dem Marienkäfer. Und auf ihrem Spaziergang trifft sie auch noch die Biene, den Schmetterling und den Igel. Alle bitten Hermeline um die Erfüllung eines Wunsches und das natürlich sofort! Bei so viel Andrang kommt Hermeline nicht einmal dazu, allen klarzumachen, dass sie an diesem Tag gar nicht hexen möchte. – Doch dann geschieht etwas Unerwartetes.

Andrea Schulze, Mitarbeiterin CASTAGNA
Eine Reise von 1.000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt
Luise Reddemann
Verlag Herder GmbH, 2004
ISBN: 978-3-451-05919-3
CHF 16.50
Die bekannte Psychotherapeutin Luise Reddemann hat dieses Buch bereits vor mehreren Jahren geschrieben. Offenbar deckt sie damit ein elementares Bedürfnis - 2009 erschien bereits die 4. Auflage. Luise Reddemanns Buch ist für Menschen geschrieben, die Schweres erlebt haben und Unterstützung suchen; es soll ihnen helfen, ihre Kräfte zu stärken und zu entwickeln.
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Der Aufbau des Buches mit seinen drei Abschnitten spiegelt den Titel wider: Für den ersten Schritt muss man annehmen, was ist – davon handelt der erste Abschnitt; beim zweiten geht es darum, seine inneren Kräfte zu entwickeln und zu stärken – das wird im zweiten Abschnitt behandelt. Mit Reiseerfahrung kann man sich im dritten Schritt dann Themen zuwenden, die sich in der Behandlung von Patienten als relevant erwiesen haben, zu denen u. a. Resilienz, Flow und Salutogenese gehören. Im dritten Abschnitt beschreibt Luise Reddemann aber auch, was sie durch die Arbeit mit ihren Patienten erfahren und gelernt hat.

Der erste Schritt ist entscheidend: Er kann für jede Person anders aussehen. Es geht darum, an früher Erreichtes anzuknüpfen und diese Erfahrungen zu nutzen. Dazu werden verschiedene Übungen ausgeführt, in denen Spiritualität einen wesentlichen Platz einnimmt. Luise Reddemann fordert die Leser(innen) auf, selbst auszuwählen und auszuprobieren, was für sie hilfreich ist. Sie beschreibt eine Palette von Fähigkeiten und Eigenschaften, über die wir verfügen, und zeigt, wie wir diese Fähigkeiten bewusst aktivieren können. Diverse Beispiele, darunter auch Gedichte und Zitate ihrer Patient(inn)en, verdeutlichen diese Schritte. Mit einer Beschreibung zum Umgang mit schwierigen Gefühlen schliesst das Buch.

Im Nachwort betont die Autorin, welch grosse Bereicherung es für sie war, gelernt zu haben, dass die Erforschung der Dinge, die uns glücklich machen, mindestens so spannend ist wie derer, die uns unglücklich machen. Beim Lesen dieses Buches ging es mir ebenfalls so. Auch wenn mir zunächst einiges banal erschien, erkenne ich nun, dass es darum geht, den ersten Schritt einer langen Reise zu wagen. Und dafür empfiehlt Luise Reddemann eben keine Siebenmeilenstiefel.

Isabelle Zolliker, Mitarbeiterin CASTAGNA
1:0 für die Idioten
Karlijn Stoffels
Aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf
Verlag Beltz & Gelberg, 2009
ISBN: 978-3-407-81057-1
CHF 24.90
(ab 14 Jahren)
In 1:0 für die Idioten erzählt Karlijn Stoffels die Geschichte der 15-jährigen Luisa, die nach einem Suizidversuch in die Villa Strandlust kommt. Dies ist nicht etwa ein schöner Ferienort am Meer, sondern die Jugendpsychiatrie.
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Obwohl sie ihren ersten Auftrag, sich einzunisten, mit den Worten «Ich bin doch keine Krähe!» heftig ablehnt, fällt es ihr dann doch erstaunlich leicht, sich in der Villa Strandlust einzuleben. Im Laufe der Zeit lernt Luisa sich immer besser kennen. Sie lässt Gefühle zu, kann besser mit ihnen umgehen. Als zweites persönliches Arbeitsziel soll sie lernen zu vertrauen. Dies ist schwierig für die verschlossene 15-Jährige. Es ist so schwierig, dass sie das Wort Vertrauen anfangs nicht einmal aussprechen kann. Nach einiger Zeit gewinnt sie aber immer mehr Vertrauen in ihre Umwelt und in sich selbst.

Luisa lernt ihre Mitpatient(inn)en und das Personal langsam besser kennen und baut sich dadurch Schritt für Schritt eine neue Welt auf. Zwar braucht sie weiterhin die Unterstützung der Therapeut(inn)en, doch realisiert sie ebenso wie die anderen Patient(inn)en bald, dass sie sich in dieser Situation auch selbst ein Halt sein können. Erfolgserlebnisse bestärken Luisa
darin. So gelingt es ihr zum Beispiel, das Klavierwunderkind Daniel zum Sprechen zu bewegen – der Erfolg, der dem Buch seinen Namen gibt: 1:0 für Luisa!

Karlijn Stoffels stellt uns junge Menschen vor, die an unterschiedlichen psychischen Störungen leiden, und zeigt uns so die Notwendigkeit eines professionellen Umfelds auf. Wir erfahren, wie die jugendlichen Patient(inn)en mit den Therapeut(inn)en zusammenarbeiten, um sich z. B. nicht mehr zu ritzen oder um sich von einem Geburtstrauma zu erholen. Wir erfahren wie die Protagonistin, dass wir mit Unterstützung in uns selbst Halt finden und auch selbst viel bewirken können.

Der trockene Humor, die originellen Vergleiche – «In einer Abteilung der Jugendpsychiatrie ist man nicht, weil man Mundgeruch hat …» – und Luisas Selbstironie machen das Lesen der Geschichte leicht, ohne etwas von der Schwere dieser Thematik wegfallen zu lassen.

Sandra Müller, Mitarbeiterin CASTAGNA
Überlebenskunst
Luise Reddemann
Verlag Klett-Kotta, 2006
ISBN-10: 3-608-86002-9
CHF 32.90
Von der Kunst, in und nach lebensbedrohenden Situationen ein lebenswertes Leben zurückzugewinnen, handelt das neueste Buch der Psychoanalytikerin und Fachärztin für psychotherapeutische Medizin Luise Reddemann.
Anhand von Biographien und Werken von Künstlern/-innen, insbesondere von Johann Sebastian Bach, beleuchtet sie Fähigkeiten, die Menschen im Umgang mit traumatischen Erlebnissen helfen können. Reddemann unternimmt eine Reise zu verschiedenen Kunstwerken und gibt Einblicke in mutige und kreative Lebensläufe.
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Bereits in der Einleitung zeigt sich, dass hier eine Autorin mit Herz, Verstand und grosser Freiheit ihre Erkenntnisse weitergibt. Dabei bringt sie die Ebenen der persönlichen Erfahrung, der wissenschaftlichen Forschung und einer tiefen Spiritualität ein. Im Verlauf der Arbeit an ihrem Buch kommt die Autorin zur Überzeugung, «dass es möglich ist, auch an den allerschlimmsten Situationen zu wachsen». Verschiedentlich betont Reddemann jedoch die Gefährlichkeit einer einseitig positiven Sichtweise.

Der erste Teil stellt theoretische und praktische Grundlagen zu den Themen Ressourcen, Trost und Resilienz bereit. Mit ihrer Fortsetzung des alten russischen Märchens der Babajaga zeigt sie grosse Kreativität und Weisheit.

Abstecher zu Ergebnissen aus der Musikwissenschaft und der Neurophysiologie untermalen die Bedeutung von universellen und individuellen seelischen Widerstands- und Selbstheilungskräften. Dazu wird die Resilienzforscherin Anne Masten zitiert: «Was resiliente Individuen charakterisiert, sind normale menschliche Eigenschaften wie die Fähigkeiten zu denken, zu lachen, zu hoffen, dem Leben einen Sinn zu geben, zu handeln, (…) um Hilfe zu bitten».

Im zweiten Teil, «J. S. Bach», gelingt es der Autorin, auch eine in klassischer Musik weniger bewanderte Leserschaft zu begeistern. Einerseits ist das Hören der dem Buch beiliegenden CD mit Ausschnitten aus Bachs Kantaten eine wohltuende Erfahrung, andererseits baut Reddemann Brücken zu einem tieferen Verständnis und Erleben der Musik. Eine der besonders wertvollen Brücken besteht in ihren Umdeutungen von patriarchalen Denksystemen, Zeitaspekten und alten Texten.

Wenn die Autorin verschiedene Werke Bachs mit hingebungsvoller Leichtigkeit analysiert, auf feine Nuancen aufmerksam macht oder Parallelen zwischen lebensgeschichtlichen Ereignissen und musikalischem Ausdruck zieht, muss man neben den Augen auch die Ohren offen halten – mit allen Sinnen lesen und hören, sich mitreissen lassen von den Tönen und Melodien dieser Schätze.

Weitere Einblicke in Biographien, z.B. in jene von Frida Kahlo oder Schostakowitsch, ergänzen im dritten Teil die Erkenntnisse über resilientes Verhalten.

Mit einer klaren, wertschätzenden Sprache führt Reddemann einfühlsam durch das Buch. Das Lesen motiviert, die eigenen Kraftquellen zu kultivieren und ihnen zu vertrauen. In diesem Sinne bleibt nach der Lektüre ein grosses Dankeschön.

Marie-Louise Pfister, Mitarbeiterin CASTAGNA
Der innere Garten
Michaela Huber
Verlag: Junfermannsche Verlagsbuchhandlung, 2005
ISBN: 3-87387-582-9
CHF 33.90
Es muss sich etwas ändern in meinem Leben, aber ich weiss noch nicht wie. Das Buch und die zehn Übungen auf der dazugehörigen CD laden dazu ein, sich mit seinem Innenleben auseinander zu setzen und die eigenen Ressourcen zu nutzen, um Veränderungen herbeizuführen.
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Michaela Huber beginnt ihr Buch mit einer Beschreibung der üblichen Probleme, mit denen viele Menschen konfrontiert sind, wenn sie ihre Lebenssituation verändern möchten. Sie zeigt, dass sich viele auf der Suche nach einer Veränderung nicht mehr auf ihre Intuition verlassen können, weil diese oft durch traumatische Erfahrungen vorbelastet ist. So sind wir tendeziell hilflos, wenn es darum geht, für uns den richtigen Weg zu finden. Michaela Huber nennt diesen Zustand „erlernte Hilflosigkeit“: Ungute Erfahrungen und schwierige Lebensumstände führen zu Unentschlossenheit oder auch innerem Widerstand. Immer wieder aufs Neue verspüren wir Angst. Je mehr wir sie unterdrücken, umso eindringlicher pocht sie in unserem Bewusstsein: „Ich kann das nicht!“, bis hin zu: „Ich schaffe das Leben nicht!“
In diesem Zusammenhang verweist Michaela Huber auf Stefan Klein, einen Wissenschaftsjournalisten, der die komplexen Befunde der Hirnforschung und der jungen Neurowissenschaften in Bezug auf erfolgreiche Strategien in seinem Buch „Die Glücksformel oder wie die guten Gefühle entstehen“ auf verständliche Weise zusammengefasst hat: „Es ist uns... keineswegs von Geburt an gegeben, wie viel unser Gehirn verrichten kann. Wir können seine Fähigkeiten steigern, aber auch zerstören. Denn wie Muskeln brauchen auch die Zellen ständiges Training, damit sie in Form bleiben. Talente, die wir nicht fordern, verkümmern. Dies gilt für alle Leistungen des Gehirns: wie das Tippen auf der Schreibmaschine, den fliessenden Umgang mit der englischen Sprache oder die Genauigkeit unserer Wahrnehmung, so können wir auch unsere Fähigkeit zum Glück trainieren.“
„Der innere Garten“ kann eine Anleitung oder auch eine Aufforderung sein. Jedoch ist es keine Bibel und auch kein Therapie-Ersatz. Die Leser/innen werden vielmehr dazu aufgefordert, sich das herauszunehmen, was sie für sich gebrauchen können. Es ist eine Einladung, sich mit seinem Innenleben (seien dies Blockaden, Ängste oder Unsicherheiten) auseinander zu setzen und so wieder mehr über sich selbst zu erfahren.
Dabei können die Übungen auf der CD helfen, in die Michaela Huber die Leser/innen mit grosser Achtsamkeit einführt.

Sowohl Profis aus dem sozial-psychologischen oder gesundheitlichen Umfeld dürften dieses Buch und die CD mit den Übungen schätzen als auch all diejenigen Menschen, die nach Unterstützung auf ihrem Weg der Selbstentwicklung und Veränderung suchen. Ich meine - ein empfehlenswertes Buch!


Tamara Koller, Mitarbeiterin CASTAGNA